„Wir müssen mehr über die Erfolge reden!“

Bericht der Diskussion mit Manne Lucha über Spaltung der Gesellschaft

In einer Diskussion zum Thema gesellschaftliche Spaltung am 17. Juni forderte der bisherige Sozialminister Manne Lucha, mehr die positiven Entwicklungen in unserem Land zu sehen als immer nur die Probleme zu beleuchten: „Auch wenn wir unbestritten viele Probleme haben, das Glas ist mehr als halbvoll. Wir leben in einem der privilegiertesten Länder. Würden wir das mehr würdigen, hätten diejenigen nicht so viel Erfolg, die unsere Gesellschaft spalten wollen, weil sie davon profitieren.“

Für den gesellschaftlichen Frieden ist es aus Sicht von Manne Lucha aber auch von zentraler Bedeutung, dass Probleme angegangen und gelöst werden. „Unpünktliche Züge, eine teilweise marode Infrastruktur oder flächendeckend zu hohe Mieten sind Konjunkturprogramme für populistische Kräfte. Deshalb müssen diese Missstände so schnell wie möglich abgestellt werden.“

Für die Lösung von Problemen braucht es nach seiner Meinung ein neues Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und Staat: „Wir können nicht alle Probleme mit viel Geld lösen. Wir müssen mehr investieren in die Befähigung der Menschen, sich gegenseitig zu unterstützen und über Prävention Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen.“

Da gesellschaftliche Spaltung durch polarisierende Mechanismen von social-media-Plattformen betont und verstärkt werden, sieht Manne Lucha hier einen wichtigen Ansatzpunkt: „Verbote können nur das letzte Mittel sein. Wir brauchen eigentlich eine europäische social-media-Plattform, auf der auf Faktenbasis agiert wird und die auf süchtig machende Algorithmen verzichtet. Die Betreiber der aktuellen Plattformen müssen in die Pflicht genommen werden, ihre Angebote so zu verändern, dass Kinder und Jugendliche keine Inhalte ausgespielt werden, die für sie gefährlich sind, oder dass sie in eine online-Sucht getrieben werden.“