Tickets ins Übermorgen – Wohin die Reise gehen soll

Der Kongress bot Grundlage für die weitere Bearbeitung der aufgeworfenen Zukunftsfragen

Am Samstag, den 31.01.2015 kamen ehrenamtlich Aktive, Vorstände und Hauptamtliche aus den Jugendverbänden und Jugendringen aus ganz Baden-Württemberg nach Stuttgart ins Eventcenter Sparda Welt. Dort diskutierten sie über Problemlagen und Chancen, die sich der selbstorganisierten Kinder- und Jugendarbeit heute und in der Zukunft stellen werden.  Eine Ergebnissammlung.

Zukunftstrends und Herausforderungen

Zu Beginn des Tages gab es Impulsvorträge zu folgenden globalen und gesellschaftlichen Trends: Globalisierung, Klimawandel, Soziale Gerechtigkeit, Ökonomisierung, Digitalisierung des Alltags, Individualisierung und demografischem Wandel. Auf einfallsreiche und ausgefallene Art und Weise stellten die Vortragenden dar, was diese Trends allgemein für Folgen haben und was sie konkret für Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg bedeuten. So diskutierten „Engelchen“ und „Teufelchen“ über die Vor- und Nachteile von der Digitalisierung des Alltags, eine soziometrische Aufstellung zum Thema „Individualisierung“ zeigte, wie stark sich jeder einzelne über verschiedene Identitätsmerkmale definiert und beim Input zu „Globalisierung“ wurde klar, dass das Thema schon bei der eigenen Kleidung anfängt.

In kleineren Arbeitsgruppen am Nachmittag schlugen die Teilnehmer*innen den Bogen von den allgemeinen Trends zu konkreten Themen im eigenen Jugendverband. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln setzten sie sich mit dem auseinander, was ihnen besonders unter den Nägeln brannte und entwickelten Lösungswege.

Lösungswege – die Tickets ins Übermorgen

Beim Erfahrungsaustausch in den Gruppen wurde schnell klar: Die meisten Jugendverbände und Jugendringe stehen vor ähnlichen Herausforderungen, haben aber unterschiedliche Wege gefunden, damit umzugehen.

In allen Arbeitsgruppen wurde die Schwierigkeit thematisiert, Nachwuchs zu gewinnen und Engagierte und Aktive längerfristig zu halten. Verschiedene Wege wurden benannt, um das Engagement in den Jugendverbänden bekannter und attraktiver zu machen. So wurde beispielsweise bekräftigt, dass sich die Jugendringe weiterhin vor allem auf politischer Ebene für bessere Rahmenbedingungen von ehrenamtlichem Engagement einsetzen sollten. Es wurde angeregt, dass in den Jugendverbänden die Verbandsidentität und die Kultur der Anerkennung gestärkt werden sollten. Um neue Zielgruppen zu gewinnen, wurde vorgeschlagen stärker in Schulen und auch Flüchtlingsheimen für die Jugendarbeit zu werben. Außerdem wurde diskutiert, sich stärker mit möglichen Hemmschwellen und Barrieren auseinanderzusetzen, die es „neuen“ Zielgruppen“ erschweren, sich in Jugendverbänden zu engagieren.

Weitere Themen in den Arbeitsgruppen waren: Der Wert der Jugendarbeit in der Gesellschaft, die Beteiligung von kleineren Jugendvereinen in den Jugendringen und die Frage nach Aushandlungen von Werten in den einzelnen Jugendverbänden. Und auch die Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule wurde diskutiert.

Fazit

Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich weitere Möglichkeiten des Austausches und der Vernetzung, um an den einmal angestoßenen Fragen und Themen gemeinsam weiter zu arbeiten. Insofern kann der Kongress als voller Erfolg gewertet werden.
Mögliche folgende Schritte werden in den kommenden Wochen im Landesjugendring konkretisiert.


Weitere Ergebnisse, Eindrücke und folgende Schritte zum Kongress gibt es in Kürze auf www.ljrbw.de/tickets-ins-uebermorgen

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.