Lebensmittelkennzeichnung – Was ändert sich?

Ab 13. Dezember 2014 treten mit der Umsetzung der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) eine Reihe von Neuerungen in Kraft

So müssen nun Zutaten, die häufig Allergien auslösen, nicht nur auf verpackter, sondern auch auf loser Ware gekennzeichnet werden. Das gilt auch für Vereine und Verbände, wenn sie Speisen und Getränke entgeltlich anbieten. 

Ausgenommen ist nur “die gelegentliche Handhabung, Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln” im kleinen Rahmen (Leitfaden für die Durchführung einzelner Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 852/2004) über Lebensmittelhygiene). Das gilt etwa für Vereinsfeste, und -veranstaltungen oder die Verpflegungen von freiwilligen Helfern. Dass sich der Verkauf von Speisen auf Vereinsmitglieder beschränkt, spielt aber keine Rolle. Das bedeutet: Die Kennzeichnungspflicht besteht bei allen größeren Veranstaltungen und beim regelmäßigen Verkauf von Speisen und Getränken, auch wenn er nur in kleinem Umfang erfolgt (vgl.: Vereinsinfobrief Nr. 292 – Ausgabe 19/2014 – 9.12.2014).

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) soll umfangreicher und verständlicher über Qualität, Zusammensetzung und Herkunft der Lebensmittel informieren.

Die wichtigsten Neuerungen sind:

  • Hervorhebung allergener Stoffe: Lebensmittelbestandteile, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können, müssen im Zutatenverzeichnis deutlich hervorgehoben werden.
  • Angabe des Ursprungslandes bei Fleisch: Bei Rind-, Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch ist das Ursprungsland anzugeben, sofern ohne diese Angabe beim Verbraucher der Eindruck erweckt würde, dass das Produkt aus einem anderen Land kommt.
  • Bei aufgetauten Lebensmitteln muss ein Hinweis “aufgetaut” angebracht werden.
  • Schriftgröße: Alle Informationen müssen gut lesbar in mindestens 1,2 mm großer Schrift (bezogen auf den Buchstaben des kleinen “x”) gedruckt werden.

Thema Allergenkennzeichnung:

Nach der LMIV sind ab Dezember glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut), Eier, Fisch, Krebstiere, Weichtiere, Soja, Erdnüsse, Milch, Mandelen, Pistazien, Nüsse, Sellerie, Senf, Sesamsamen und Produkte daraus in der Zutatenliste verpackter Lebensmittel deutlich zu kennzeichnen.
Die Hervorhebung kann durch die Schriftart, den Schriftstil oder die Hintergrundfarbe erfolgen.

Laut der jetzt in Kraft getretenden vorläufigen Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung (VorlLMIEV) zur Kennzeichnung allergener Stoffe bei unverpackten Lebensmitteln (Abgabe loser Ware, Speisen) kann die Kennzeichnung von Allergenen folgendermaßen erfolgen:

  • auf einem Schild an oder in der Nähe des Lebensmittels,
  • auf Speise-/Getränkekarten oder in Preisverzeichnissen (z.B. mittels Fußnoten),
  • durch einen Aushang,
  • durch sonstige schriftliche (in Form gesonderter Hefte/Verzeichnisse; sogenannte “Kladdenlösung”) oder elektronische Unterrichtung (z.B. QR-Code), die für den Kunden/Gast leicht zugänglich sind.

Ebenso sind auch mündliche Auskünfte durch hinreichend unterrichtete Mitarbeiter möglich, wenn der Kunde/Gast diese Informationen auf seine Nachfrage hin vor dem Kauf/Verzehr erhält und es dazu eine schriftliche Dokumentation über die verwendeten Zutaten gibt, die auf Nachfrage der Lebensmittelüberwachung und dem Gast/Kunden vorgelegt werden können. Auf diese Möglichkeit mündlicher Auskünfte muss der Gast/Kunde, z.B. mittels Aushang oder in der Speisekarte, gut sichtbar hingewiesen werden.

Quellen

http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/168/article/19967.html,
http://www.vereinsknowhow.de/,
http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/Kennzeichnung/_Text/DossierKennzeichnung.html;jsessionid=CD840EBBADE1074A6F982835F429EB21.2_cid385?docId=431912,
sowie eigenen Recherchen.