Kinder- und Jugendrechte beweg(t)en

Feierlicher Abschluss des Jahres der Kinder- und Jugendrechte 2014

Am 20. November 2014, zum 25. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention, fand die Abschlussveranstaltung des Jahres der Kinder- und Jugendrechte unter dem Motto „Kinder- und Jugendrechte bewegen“ statt. Dazu reisten rund 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus ganz Baden-Württemberg nach Karlsruhe ins Tollhaus. Sie resümierten nicht nur das Jahr an sich, sondern diskutierten über Kinderrechte, stellten konkrete Forderungen an die Politik und löcherten die Teilnehmer der Diskussionsrunde mit Fragen.

Ausgerufen wurde das Jahr der Kinder- und Jugendrechte 2014 von Katrin Altpeter, Baden-Württembergs Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren. Sie betonte in ihrem Statement für die Abschlussveranstaltung, dass sie sich für die Verankerung der Kinderrechte in der Landesverfassung und der Gemeindeordnung einsetzen wird.

Kerstin Sommer beim Grußwort
Kerstin Sommer beim Grußwort

Die Begrüßung der kleinen und großen Gäste übernahm Kerstin Sommer, Vorsitzende des Landesjugendrings Baden-Württemberg. Sie lobte die zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen von Vereinen, Verbänden, Schulen, Kommunen und Jugendhilfeeinrichtungen anlässlich des Jahres der Kinder- und Jugendrechte.

Es folgten spannende Diskussionen in Form eines World Cafés. An den einzelnen Tischen kamen Kinder, Jugendliche und Erwachsene miteinander über einzelne Rechte ins Gespräch. Es wurden unterschiedliche Meinungen, Erfahrungen, Herausforderungen, Grenzen und Chancen zu den Kinder- und Jugendrechten sichtbar.
So wurde zum Beispiel am Tisch zum Thema „Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit und Recht auf Zugang zu den Medien“ kontrovers diskutiert, wie viel Schutz und Regeln es im Umgang mit Medien braucht und inwiefern diese dem freien Zugang zu Informationen entgegenstehen.

Auf der Tribüne stellen Kinder und Jugendliche ihre Fragen.
Auf der Tribüne stellen Kinder und Jugendliche ihre Fragen.

Am Nachmittag stellten sich Sozialministerin Katrin Altpeter, Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, und Dr. Reinald Eichholz, Gründungsmitglied National Coalition in Deutschland, in einer Fishbowl-Diskussionsrunde den Fragen der Kinder und Jugendlichen.
Diesen brannten vor allem aktuell diskutierte Themen wie der Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, der Beteiligung von Menschen mit Behinderung in Schule und Gesellschaft und Fragen globaler Gerechtigkeit unter den Nägeln.

Anschließend überreichte eine Kinderdelegation das „Mitmachbuch Kinderrechte“. Über 150 Kinder und Jugendliche aus 29 Jugendhilfeeinrichtungen haben sich daran beteiligt und darin fest gehalten was sie bewegt. Die Sozialministerin versprach den Kindern das Buch nicht nur zu lesen, sondern auch in den Landtag mitzunehmen und so vielleicht den geschriebenen Worten Taten folgen zu lassen.

Danach erzählte Reinald Eichholz in entspannter Atmosphäre vom 25 Jährigen Engagement seiner Organisation, National Coalition, für die UN Kinderrechtskonvention. Besonders interessierte sich das junge Publikum für das Schicksal und das Engagement der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, schließlich kämpft sie für das Recht auf Bildung für alle Kinder.

Zum Abschluss waren die Kinder gefragt: sie sollten erzählen, was ihnen am Tag am besten gefallen hat. Am häufigsten genannt wurde dabei das World Cafe, was zeigt, wie wichtig es Kindern ist, sich mit anderen über die Kinder- und Jugendrechte auszutauschen und darüber zu diskutieren. Die Forderung der Kinder, mehr über ihre eigenen Rechte zu erfahren, zeigte zudem deutlich, dass es auch über das Jahr 2014 hinaus wichtig sein wird, sich mit den UN-Kinderrechtskonventionen zu beschäftigen und sich für diese einzusetzen.

Ein Feuerwerk für die Kinder- und Jugendrechte
Ein Feuerwerk für die Kinder- und Jugendrechte

Für Auflockerung und Abwechslung sorgte den Tag über das Totale-Trash-Figurentheater „Die Poppets“. Sie waren nicht nur Feuer und Flamme für die UN-Kinderrechte (wortwörtlich!), sondern kamen auch zu interessanten Schlussfolgerungen: Zum Beispiel sollte es ihrer Meinung nach beim Recht auf Gleichheit nicht darum gehen, dass alle Menschen wortwörtlich gleich sind – außer, man möchte „Selbst“-Gespräche führen. Dass alle verschieden sind, aber die gleichen Rechte haben erschien da schon die bessere Auslegung zu sein.

Veranstaltet wurde der diskussions- und erkenntnisreiche Tag von der Liga der freien Wohlfahrtspflege BW, in Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren BW, Stadtjugendausschuss Karlsruhe, Kinderbüro der Stadt Karlsruhe, Landesjugendamt vom Kommunalverband für Jugend und Soziales BW (KVJS), Landesjugendring BW, der LAG Jugendsozialarbeit BW, Regionalgruppe B.-W. der internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen und der LAG Kinderinteressen BW.
Mit Plakaten und Infomaterial machten sie auf ihren Einsatz in Bezug auf die Kinder- und Jugendrechte aufmerksam. Auch der Landesjugendring stellte dort die diesjährige Sommerkampagne „Recht bunt!“ vor, bei der Landtagsabgeordneten verdeutlicht wurde, wie bunt und vielfältig die Kinderrechte im Alltag der verbandlichen Jugendarbeit im Ländle gelebt werden.