JugendArbeit // zukünftig nachhaltig

Konkrete Herausforderungen für die Jugendarbeit

Wie kann weltweiten Problemen wie Klimawandel, Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeit begegnet werden? Und was hat das mit der Jugendverbandsarbeit vor Ort zu tun? Diese Frage hatte der LJR gestellt und mit der Akademie der Jugendarbeit das Projekt „JugendArbeit // zukünftig nachhaltig“ umgesetzt, um das Thema breiter in die Jugendarbeit zu tragen. Ein Ausblick.

Zur Umsetzung wirkungsvoller Klimapolitik und einer nachhaltigen Entwicklung generell sind viele Akteure nötig. Die globale und nationale Politik muss einen gesetzlichen Rahmen setzen, Wissenschaft und Wirtschaft müssen umdenken. Genauso wichtig sind aber auch individuelles Handeln und die Aktivitäten der Zivilgesellschaft. Dazu gehören auch die Akteure der Jugendarbeit.

Die Jugendverbände haben gute Anknüpfungspunkte zum Thema, die man sich bewusst machen sollten:

  • „Jugend(verbands)arbeit dient der Förderung der Entwicklung sowie der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten und greift ihre Bedürfnisse und Interessen auf“ (SGB VIII).
  • Jugendverbände arbeiten „direkt“ mit den „nächsten Generationen“.
  • Jugendverbände setzen sich in der Regel für eine bessere Gesellschaft ein und greifen entsprechende Themen auf.
  • Jugendverbände bieten Möglichkeiten für das Erlernen wichtiger Kompetenzen, die auch mit BNE gefördert werden sollen.

All diese Anknüpfungspunkte erleichtern die Zugänge zum Thema und machen die konkrete Arbeit einfacher. Dazu stellen sich zwei grundlegende Herausforderungen:

  • Interessenvertretung: Wir müssen die Interessen der heutigen Jugend und der zukünftigen Generationen gegenüber der Politik vertreten. Als Jugendliche müssen wir uns einmischen und der Politik klar machen, dass es um unsere Zukunft geht.
  • Sensibilisierung: Wir sind aber genauso gefordert, bei unseren Mitgliedern und TeilnehmerInnen Bewusstsein zu schaffen und ihnen Wege zu einem nachhaltigeren Lebensstil aufzuzeigen. Wichtig dabei ist, ohne Angst, Schuldzuweisungen und „erhobene Zeigefingerpädagogik“ zu arbeiten.

Die Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft kann nur gelingen, wenn sich ein Bewusstseinswandel vollzieht. Ein besonderes Ziel ist es also, über das reine Fakten- und Theoriewissen hinaus Gestaltungskompetenz zu vermitteln.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Juleica-Ausbildung

Ein wichtiger Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie im eigenen Verband bzw. Ring ist die Verankerung von BNE in der Juleica-Ausbildung. Sie hat viele Schnittmengen mit Interkulturellem Lernen, Natur- und Umweltbildung, Menschenrechts- und Friedensbildung und politischer Bildung. Entsprechend sensibilisierte Jugendleiter*innen tragen die Nachhaltigkeits-Themen weiter in die Fläche der Organisation, indem sie es auf Freizeiten, aber auch in Projekt- und Jugendgruppen zur Sprache bringen.

Erfolgsfaktoren dabei sind:

  • Mit Spaß vermitteln
  • Nachhaltigkeit vorleben
  • Folgeaktionen zu Seminaren sind wichtig – z.B. eine Postkartenaktion mit Selbstverpflichtung
  • Ausdauer: „dran bleiben“ ist bei dem Thema wichtig!
  • An den jeweiligen Bedürfnissen und Interessen der Gruppe ansetzen.

Das Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung will, „allen derzeit lebenden Menschen sowie zukünftigen Generationen, die selbstbestimmte Bedürfnisbefriedigung ermöglichen“ und betrifft Jugendliche in besonderem Maße. Die Jugendverbände fordern bereits in einem gemeinsamen Positionspapier Handlungen von der Politik ein und viele Verbände sind längst aktiv geworden. Eindrückliche Projekte und Kampagnen rund um Klimawandel, globale Gerechtigkeit und kritischen Konsum belegen das Engagement.

 


 

Das Projekt JugendArbeit // zukünftig nachhaltig lief 2013/2014. Mit einer Palette an Vorträgen, Übungen, Diskussion und Audit-Methoden hat das Projekt insgesamt 337 TeilnehmerInnen erreicht.

Zehn Teamer*innen haben aus der Fülle an bereits vorhandenem Material thematische Juleica-Einheiten zusammengestellt und erprobt. Diese sowie weitere Tipps findet man im Jugendwiki. Die Wissenssammlung soll in den nächsten Jahren noch kräftig anwachsen. http://jugendwiki.de/Kategorie:Nachhaltige_Entwicklung

Weitere Materialien gibt es auf der Homepage des LJR unter www.ljrbw.de/Zukunftsfaehigkeit.

Beratung rund um die nachhaltige Entwicklung in der Jugendarbeit gibt es weiterhin beim Landesjugendring bei Gerlinde Röhm.

JugendArbeit // zukünftig nachhaltig wurde gefördert vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energie und aus Mitteln der Glücksspirale