Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten – Aufbaumodule

Aufbauqualifizierung für pädagogische Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit

Für die Weiterqualifizierung in der Arbeit mit jungen Geflüchteten – bis hin zum*zur Trainer*in – bietet die Akademie der Jugendarbeit verschiedene Aufbaumodule an, wie traumasensible Projektarbeit oder Arbeit mit ehrenamtlich Aktiven. Voraussetzung ist der Besuch der “Grundlagen in der Kinder- und Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten” (Basisqualifizierung I).

Nach dem Grundmodul der Basisqualifizierung können aufbauend weitere Module individuell gebucht werden. Um die Basisqualifizierung abzuschließen, muss mindestens ein Aufbaumodul belegt werden. Das Zertifikat „Trainer*in in der Arbeit mit jungen Geflüchteten“ kann mit dem Grundmodul, dem Aufbaumodul Ehrenamt, mindestens einem weiteren Aufbaumodul und einer Praxiseinheit erworben werden. Damit können die Teilnehmenden Qualifizierungen vor Ort selbst durchführen.

Aufbaumodule2018: Flyer zum Download

Organisatorisches

Teilnahmebeitrag incl. VP:
90,- € inkl. Übernachtung und Verpflegung für zweitägige Veranstaltungen,
30,-€ inkl. Verpflegung für Tagesveranstaltungen

Die Module können jeweils bei der Akademie der Jugendarbeit gebucht werden: www.jugendakademie-bw.de/buchen

Mehr Infos zur Qualifizierungsreihe:
www.jugendakademie-bw.de/basisquali-jugendarbeit-flucht

Das Konzept der Basisqualifizierung wurde in Kooperation mit dem KVJS-Landesjugendamt, der LAG Jugendsozialarbeit und der LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork entwickelt. Sie wird in Kooperation mit verschiedenen Partnern vor Ort durchgeführt.

Die Qualifizierung wird unterstützt durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“.

Die Module im Überblick

Aufbaumodul Ehrenamt (eintägig)

Bürgerschaftliches Engagement für und mit jungen Geflüchteten steht vor vielen besonderen Herausforderungen. Das gilt auch in der Kinder- und Jugendarbeit. Vor diesem Hintergrund werden im Aufbaumodul Ehrenamt die Grundsätze ehrenamtlichen Engagements in der Kinder- und Jugendarbeit erläutert. Damit werden auch die Entwicklungen im Ehrenamt grundsätzlich beleuchtet. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden Möglichkeiten zur Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen speziell für die jeweilige Jugendorganisation erarbeitet. Dabei werden auch Schulung und Begleitung von ehrenamtlichen Mitarbeitenden in den Blick genommen. Weitere Themenschwerpunkte sind Motivation, Koordination und Logistik von ehrenamtlichem Engagement.

Referent:
Bruchsal: Dirk Wehrhahn, Geschäftsführer Ev. Kreisbildungswerk Ludwigsburg
Stuttgart: Andreas Beier, Diplompädagoge, Mediator, Friedenspädagoge und Berater für Konfliktsituationen
Termin/Ort:
22.09.2018 in Bruchsal >> Infos und Buchung
11.10.2018 in Stuttgart >> Infos und Buchung

Empowerment und Stärkenarbeit

Zur Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen gehört es, eigene Talente und Stärken herauszubilden und sich der eigenen Stärken und Ressourcen bewusst zu werden. Gerade für junge Menschen mit Fluchterfahrung ist das nicht immer einfach. Daher ist es sinnvoll, junge Geflüchtete dabei zu begleiten, ihre eigenen Stärken zu entdecken. Sowohl Schule als auch außerschulische Jugendbildung bieten einen Rahmen, um alle Kinder und Jugendliche dabei gezielt zu unterstützen.
Das Aufbaumodul stellt sich u.a. Fragen wie: Wie gelingt es im oft schwierigen Alltag mit Mädchen und Jungen wertschätzend an ihren Stärken zu arbeiten? Oder wie kann gezielte Stärkenarbeit dazu beitragen, dass Resilienz entsteht und gefördert wird?

Referentin: Elisabeth Yupanqui Werner, Supervisorin und Coach (DGSv), Mitarbeiterin bei adis e.V. – Antidiskriminierung, Empowerment, Praxisentwicklung
Termin/Ort: 12.10.2018 in Bruchsal >> Infos und Buchung

Traumasensible Projektarbeit

Projektarbeit ist in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine bevorzugte Arbeitsform. Sie ermöglicht, in einem definierten Zeitraum in einen intensiven Arbeits-, Spiel- oder Lernprozess zu kommen. Besonders Jugendlichen fällt es leichter, sich auf kürzere Verbindlichkeiten einzulassen. Auch junge Menschen mit Fluchterfahrung erleben in Projekten eine Ausnahme vom Alltag, sie können Selbstwirksamkeit entwickeln und sich mit für sie wichtigen Themen auseinandersetzten. Neue Erlebnisse können einen Unterschied machen und helfen sich in der Gegenwart zu verankern.
In diesem Aufbaumodul werden Wissen zum Thema Trauma vertieft und thematisiert, wie Projektleiter*innen mit der Angst vor einer Retraumatisierung ihrer Teilnehmenden umgehen können.

Referentin: Petra Pfendtner, Sozialpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin, systemische Dozentin und Supervisorin, Leitung von NIKA – Netzwerk interkulturelle Arbeit, Mutpol e.V.
Termin/Ort: 12.10.2018 in Stuttgart >> Infos und Buchung

Methodik und Didaktik

Wer als Trainer*in in der Arbeit mit jungen Geflüchteten vor einer Gruppe steht – stellt sich in der Vorbereitung viele Fragen: Welche Lernziele sollen erreicht werden und warum? Welche Voraussetzungen, welches Vorwissen bringen die Teilnehmenden mit? Welche Inhalte wähle ich aus? Welche Methoden und Medien sind sinnvoll? Wie messe ich den Lernerfolg? Dieses Aufbaumodul möchte diese Fragen systematisch angehen und mit praktischen Überlegungen zur Zielgruppe „Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten“ praxisnahe Hilfestellungen für die eigene Umsetzung geben.

Referentin: Sabine Pester, Dipl- Sozialpädagogin (BA) , freiberufliche Interkulturelle Trainerin und Beraterin, Mitglied im Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik
Termin/Ort: 09.11.2018 in Stuttgart >> Infos und Buchung

Partizipation von und mit jungen Geflüchteten

Das Recht auf Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist universal. Es ist in der UN-Kinderrechtskonvention und im Kinder- und Jugendhilfegesetz verankert und gilt für alle Jugendlichen – auch für diejenigen mit Fluchterfahrung. Doch was bedeutet Beteiligung?
Dieses Aufbaumodul beschäftigt sich mit den Chancen und Grenzen von Partizipation. Dabei geht es auf die Besonderheiten im Umgang mit der Zielgruppe ein und präsentiert gelungene Partizipationsprojekte aus der Praxis. Vermittelt werden konkrete Handlungsempfehlungen wie die Beteiligung junger Geflüchteter in der eigenen Organisation gefördert werden kann. Zudem wird beleuchtet, wie bereits bestehende Kooperationspartner*innen gewonnen werden oder Kontakte zu Entscheidungsträgern aufgebaut werden können. Im Fokus steht dabei stets die Stärkung der Handlungssicherheit in der Arbeit mit jungen Geflüchteten.

Referent*innen: Team des Landesjugendrings Baden-Württemberg
Termin/Ort: 10.11.2018 in Stuttgart >> Infos und Buchung

Handlungs- und Argumentationstraining

Was tun gegen abwertende Parolen im Alltag? Das Handlungs- und Argumentationstraining informiert über und sensibilisiert für menschenverachtende Einstellungen, Diskriminierung und ungleiche Chancen in der Gesellschaft. Das Training vermittelt Strategien für zivilcouragiertes Verhalten in der Konfrontation mit rechten Parolen und Vorurteilen und bietet Raum, um diese einzuüben. In spielerischen Modellsituationen wird die eigene Reaktions- und Argumentationsfähigkeit ausgebaut. Menschenverachtende Argumente, politische (Pseudo-)Erklärungen und populistische Sprüche werden auf ihre emotionale Basis, ihre Wirkung und ihre inhaltliche Bezugnahme überprüft. Eigene Überzeugungen und Stärken werden für die Argumentation nutzbar gemacht.

Die Inhalte sind in drei Themenblöcken organisiert:

  • Diskriminierung & Vorurteile – was hat das mit mir zu tun?
  • Menschenverachtende Einstellungen – Ein Phänomen der Extreme?
  • Was tun? Handlungs-und Argumentationstraining

Referent: Daniel Can, Leitung Team meX, Mit Zivilcourage gegen Rechtsextremismus
Termin/Ort: 21.11.2018 in Freiburg >> Infos und Buchung

Deeskalationstraining in der Arbeit mit jungen Geflüchteten

In der Arbeit mit jungen, geflüchteten Menschen können sich unterschiedliche Formen von spannungsgeladenen Situationen ergeben, die mitunter zu eskalieren drohen. Drohende Gewaltbereitschaft gehört zu einer wiederkehrenden Herausforderung im pädagogischen Kontext der Flüchtlingsarbeit. Häufig geraten pädagogische Fachkräfte hier in Situationen, die sie an die Grenze ihrer Belastbarkeit führen. Diese Fortbildung soll für den Umgang mit eskalierenden Situationen stärken. Zentraler Inhalt der Fortbildung ist das Einüben von Deeskalationstechniken in den drei Stufen der Eskalation.

Referent: Christoph Budde, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), Anti-Aggressivitätstrainer/Coolnesstrainer®
Termin/Ort: 4.12.2018 in Stuttgart >> Infos und Buchung

Weiterqualifizierung „Trainer*in in der Kinder- und Jugendarbeit mit geflüchteten jungen Menschen“

Wer als Trainer*in zertifiziert werden möchte, belegt zwei Aufbaumodule: Das Aufbaumodul Ehrenamt ist verpflichtend, ein weiteres kann frei aus dem Angebot gewählt werden. Abschließend ist eine Praxiseinheit zu absolvieren, die eigenständig vor- und nachbereitet wird. Die Dauer beträgt zwischen einem halben und ganzen Tag. Sie wird als Qualifizierungsmaßnahme vor Ort unter Fachbegleitung der Akademie der Jugendarbeit BW durchgeführt und ausgewertet. Nach Einsendung einer schriftlichen Dokumentation der durchgeführten Praxiseinheit (Umfang ca. 5 Seiten) oder der Teilnahme an einem moderierten Abschlusskolloquium mit integrierter Fallarbeit in der Gruppe wird das Zertifikat ausgehändigt.

Kontakt und Information

Anja Mütschele
Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg e.V.
0711 896915-55 // anja.muetschele@jugendakademie-bw.de