Bericht vom SDG 12 Vernetzungstag – Nachhaltig konsumieren?

“Am Ende braucht es alle” – Follow-Up für 16.01.2019 geplant

Am 23.11.2018 haben sich rund 40 interessierte und motivierte Jugendliche in der Stuttgarter Merzakademie getroffen, um sich darüber auszutauschen, wie man das SDG 12 noch stärker in die Mitte der Gesellschaft bringen und Privatakteure, Gruppen, Verbände, die Politik und die Wirtschaft ohne erhobenen Zeigefinger zum Handeln motivieren kann.

Caspar Dohmen, Buchautor und Journalist der Süddeutschen Zeitung, schlug in seinem Impulsvortrag einen großen Bogen von den Menschenrechtsverletzungen in Unternehmen, über den ersten FCKW freien Kühlschrank von Greenpeace bis zum Vergleich des Klimawandels mit der Sklaverei. Es braucht seiner Meinung nach einen Veränderungsprozess in unserer Gesellschaft, damit wir aus unseren aktuellen Denkmustern ausbrechen und für neue (klimafreundliche) Wege offen sein können: „Am Ende des Tages braucht es alle: die Konsumenten, die Unternehmen (die nachhaltigere Wege beschreiten), die Politik und Leute die Druck auf die Politik ausüben.”

Cornelia Bressem, Leiterin des Referats Ernährung im Ministerium für ländlichen Raum, stellte danach vor, was das Land Baden-Württemberg bisher schon in diesem Bereich tut. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel.“ Vor allem im Bereich der Kitas, Schulen und Mensen versuchen Sie mit den Trägern und den Kommunen an einer gesunden und nachhaltigen Verpflegung zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass sobald eine Einrichtung auf ein paar Prozent nachhaltige Produkte umgestellt hat, dies zum einen bei den Eltern gut ankommt und zum anderen die nächsten Schritte dann deutlich leichter fallen. Die vielen Fragen aus dem Publikum im anschließenden Plenumsgespräch bei dem die beiden Impulsgeber für Fragen zur Verfügung stehen, zeigt deutlich mit wie viel Engagement die Teilnehmenden bereits selbst aktiv sind!

Verschiedene Workshops luden danach zum Vertiefen ein: Hierbei ging es um Suffizienz, Wirtschaft & Menschenrechte, Nachhaltige Beschaffung und Konsum, Globale Partnerschaften sowie den Postwachstumsgedanken. Nachdem in offenen Gruppen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen beleuchtet wurden, konnte ein durchweg positives Fazit gezogen werden: Es braucht in allen Bereichen Macher, die etwas voran bringen wollen. Jede*r einzelne von uns kann seinen Beitrag leisten – was nun über diesen Abend hinaus passiert, wissen wir zwar nicht genau – aber es liegt in unserer Hand, an den tollen Gedanken und Ideen, die aufkamen, weiter zu arbeiten. Machen wir was draus!

Bei heißer Suppe und kühlen Getränken konnte der Abend ausklingen oder in ersten Gesprächen sogar schon in die Zukunft geschaut werden.

Hierfür wird es am 16.01.2019 auch ein Follow-up geben, um an dem Thema „Kritischer Konsum & Faire Produktion“ weiterzuarbeiten. Weitere Infos folgen.

Hintergrund: SDG 12 – Worum geht es da?

Im September 2015 wurden von den 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) einstimmig verabschiedet. Sie bilden das Kernstück der Agenda 2030, die für alle Länder des globalen Südens und Nordens gleichermaßen gilt, und sie berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: die soziale, die ökologische und die wirtschaftliche.

Beim SDG 12 „Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster“ geht es um Ressourcen- und Energieeffizienz, den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, einen nachhaltigen Lebensstil, eine verantwortliche öffentliche Beschaffung, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine bessere Lebensqualität für alle. Damit sind alle entlang der Lieferkette angesprochen, von den Erzeuger*innen bis zu den Verbraucher*innen.