Statistik der öffentlich geförderten Angebote der Kinder- und Jugendarbeit

Infos zur neuen Erhebung ab dem Jahr 2015

Für die amtliche Kinder- und Jugendhilfestatistik wird derzeit ein neues Erhebungsinstrument zur Erfassung der öffentlich geförderten Kinder- und Jugendarbeit entwickelt: die neue Jugendarbeitsstatistik.
Nachdem am 17. Oktober 2014 viele Interessierte aus den Reihen der Jugendarbeit bei einer Informationsveranstaltung des Statistischen Landesamtes in Stuttgart waren, fassen wir hier die zentralen Punkte nochmals zusammen.

Das Gesetz zur Verwaltungsvereinfachung in der Kinder- und Jugendhilfe (KJVVG) sieht ab dem kommenden Jahr einegegenüber der im Jahr 2012 ausgesetzten Statistik zur Erhebung von Maßnahmen in weiten Teilen veränderte und modernisierte statistische Erfassung der öffentlich geförderten Angebote der Kinder- und Jugendarbeit vor. Gemacht wird die neue Jugendarbeitsstatistik vom Statistischen Bundesamt mit Unterstützung der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) im Forschungsverbund DJI/TU Dortmund und im Dialog mit Praxis, Politik und Wissenschaft.

Chancen für die Jugendarbeit?

Für die vielen ehrenamtlich sowie haupt- und nebenberuflich Engagierten macht es jedoch Mühe, Daten zu offenen oder gruppenbezogenen Angeboten sowie zu Veranstaltungen und Projekten zu erheben. Die Erwartung an diese neue Jugendarbeitsstatistik ist,

  • generell das Wissen über die Kinder- und Jugendarbeit zu erhöhen, aber auch eigene Informationsbedarfe der Jugendarbeit zu decken
  • die eigene Praxis der Jugendarbeit weiter zu entwickeln
  • die (Ausgaben für) Kinder- und Jugendarbeit politisch zu legitimieren
  • und die Kinder- und Jugendarbeit – auf den verschiedenen Ebenen – sichtbarer zu machen.

Ab dem 01.01.2015 müssen laut SBG VIII Kap. 9 daher Daten gesammelt und bis Anfang 2016 angeben werden. Befragt werden alle öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe, die in der Jugendarbeit tätig sind, und deren Maßnahmen mit öffentlichen Mitteln pauschal oder maßnahmenbezogen gefördert werden.

Aus Sicht der Kinder- und Jugendarbeit, bietet das neue Erhebungsverfahren Chancen aber auch Unwägbarkeiten: die große Chance besteht darin, die Leistungen der Kinder- und Jugendarbeit sichtbar zu machen, aktuelle Daten zu dem Arbeitsfeld zu erhalten sowie eine Bewertung der Leistungen vornehmen zu können. Da jedoch nur ein Teil der Leistungen erhoben wird (bspw. nur die der anerkannten freien Träger) und sich die Frage nach der Reichweite stellt, ist zum jetzigen Zeitpunkt die tatsächliche Relevanz der Datensammlung noch unklar. Außerdem stellt sich die Frage, wer denn genau auf welchen Ebenen innerhalb der Verbände die Erhebung zuverlässig und unter Beachtung des Datenschutzes durchführen kann.

Info-Materialien zum Download

Bereits auf der Ringtagung 2014 sowie auf der o.g. Veranstaltung des Statistischen Landesamts am 17. Oktober wurde über die neue Statistik berichtet.
Die Präsentationen dieser Veranstaltungen finden sich hier:

Weitergehende Informationen sowie eine große Anzahl an Hintergrundinformationen sind auch auf der Internetseite der TU-Dortmund zu finden: www.akjstat.tu-dortmund.de

Auch das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat eine Informationsplattform eingerichtet, unter: www.statistik-bw.de/GesundhSozRecht/ weiter unter: „Soziale Themen – Kompakt gebündelt“, befindet sich die Kinder- und Jugendarbeit.

Für weitere Fragen stehen auch die Mitarbeiter*innen des Statistischen Landesamts zur Verfügung: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Referat 54, Sachgebiet Kinder- und Jugendhilfe, 70158 Stuttgart, Fon: 0711/641-2544, poststelle@stala.bwl.de