Kommunale Jugendhilfeplanung

Ein Arbeitshandbuch für Ausbildung und Praxis

Jugendhilfeplanung hat sich mit der Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes Ende 1990/ Anfang 1991 in nahezu allen Städten und Landkreisen Deutschlands etabliert: Die Verpflichtung zur Jugendhilfeplanung in §§ 79/80 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (Sozialgesetzbuch VIII) setzte einen neuen Impuls, der sich in einer Vielzahl von konzeptionsbezogenen Veröffentlichungen und Fortbildungen widerspiegelte. Titus Simon, Professor für Jugendarbeit und Jugendhilfeplanung an der Hochschule Magdeburg-Stendal, veröffentlichte die Erstauflage seines Buches zur Kommunalen Jugendhilfeplanung im Jahr 1993. Nun erscheint es in seiner achten Auflage überarbeitet und ergänzt neu auf den Markt.

Laut Eigenbeschreibung des Autors ist das Buch das auflagenstärkste Fachbuch zu Fragen und Methoden der Jugendhilfeplanung. Der Autor weist schon im Vorwort darauf hin, dass sich die Konkurrenzsituation zwischen den freien Trägern in den letzten Jahren zunehmend verschärft hat. Kommunale Jugendhilfeplanung hat also eine zunehmende Lenkungs- und Steuerungsfunktion.
Das Buch stellt die rechtlichen Hintergründe, den gesellschaftlichen und politischen Kontext der Jugendhilfeplanung sowie Ablaufprozesse der Jugendhilfeplanung dar. Die Beteiligung der Betroffenen wird als ein wesentliches Qualitätskriterium für die Planung herausgestellt. Jugendhilfeplanung in Großstädten, im Landkreis und in kreisangehörigen Gemeinden wird durch Beispiele konkretisiert.

Die Arbeitshilfe richtet sich neben der Zielguppe Kommunalverwaltung und -politik auch an Jugendverbände sowie Kreis und Stadtjugendringe. Dabei wollen v.a. die Praxisbeispiele ein besseres Verständnis für die Planungsaufgabe der Jugendhilfeplanung vermitteln. Außerdem bietet das Buch eine Hinführung zur kommunalen Jugendhilfeplanung und beschreibt verschiedene bedeutende Bereiche des Themas.

Interessant ist die Frage, inwiefern Jugendhilfeplanung Fachplanung sowie über die Fachämter hinaus greifende Jugendpolitik erbringen kann. Denn Jugendhilfeplanung muss Bestandteil umfassender kommunaler Sozial- und Bildungsplanungen sein, damit wichtige Serviceleistungen durch das Jugendamt erbracht werden können. Von daher ist die im Buch aufgeworfene Forderung nur zu unterstützen: Jugendhilfeplanung muss ein kommunikativer einbeziehender Prozess sein und darf nicht als ein nach außen geschlossener Vorgang hoch spezialisierter Expert*innengruppen vollzogen werden. Chancen für eine gestaltende Mitwirkung in der Kommune bestehen nämlich dann, wenn interdisziplinär besetzte Teams arbeiten, die Funktion sozialer Planung besser vermittelt wird, auf Kapazitätsgrenzen hingewiesen wird, angemessen Personal zur Verfügung steht und mehr sozialräumlich begrenzte Planungen der verbesserten Vernetzung und kurzer Wege dienlich sind.

Titus Simon: Kommunale Jugendhilfeplanung. Ein Arbeitshandbuch für Ausbildung und Praxis. Wiesbaden 2015. 8. Auflage. 163 Seiten