Geflüchtete junge Menschen unterstützen und stärken.

Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit. Fachtag am 17.11. ab 09:15 Uhr im SpOrt Stuttgart

Ziel des Fachtags ist, sichtbar zu machen, wie junge Menschen mit Fluchterfahrung durch in Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit auf vielfältige Weise gestärkt und unterstützt werden können. Dazu werden in Foren Praxiserfahrungen aus den verschiedenen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit vorgestellt und Chancen und Herausforderungen diskutiert. Dabei werden unter anderem auch die Erkenntnisse im Rahmen des Förderprogramms „Unterstützung junger Flüchtlinge durch Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit“ (Zukunftsplan Jugend) vorgestellt.

Mit einem Fachvortrag von Prof. Dr. Ulrich Deinet über aktuelle Erfahrungen und Herausforderungen der Praxis von Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit mit geflüchteten jungen Menschen und Praxisforen (zwei Forenphasen).

1. Forumsphase (11.15 Uhr – 12.45 Uhr)

Forum 01: Junge Geflüchtete brauchen Räume für Freizeitinteressen

Geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben Fluchterfahrungen und weitere belastende Situationen zu bewältigen. Sie sind aber auch junge Menschen mit Freizeitinteressen, mit Lust auf Spiel, Sport, Musik oder Kunst. Jugend(sozial)arbeit kann mit geflüchteten jungen Menschen Möglichkeiten eröffnen, diesen Interessen und Leidschaften nachzugehen und damit wichtige Räume zu schaffen, in denen Entspannung, Spaß und Selbstwirksamkeit im Vordergrund stehen. Im Forum werden Beispiele vorgestellt und Praxiserfahrungen ausgetauscht.

Forum 02: Junge Geflüchtete wollen Kontakte und Begegnung

Kontakte und Freundschafte zu Gleichaltrigen in der neuen Umgebung sind eine wichtiger Schritt, um gut anzukommen. Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit können einen unkomplizierten und guten Rahmen bieten, damit in gemeinsamer Aktivität „nebenbei“ freundschaftliche Beziehungen zwischen junge Geflüchtete und „einheimische“ Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entstehen. Junge Geflüchtete erhalten darüber auch wichtige Kenntnisse und Kontakte in ihrem Stadtteil/ihrer Gemeinde. Im Workshop werden Erfahrungen darüber ausgetauscht, auf welche Weise dies in der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit gelingt und was sich bewährt, um Begegnung zu fördern.

Forum 03: Junge Geflüchtete wollen Rückzugsräume

Gerade die Zeit des ersten Ankommens ist für junge Geflüchtete auch davon geprägt, dass sie nur wenig Räume haben, in denen sie als Jugendliche ungestört unter sich sein und Freizeit verbringen können. Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit kann mit jungen Geflüchteten solche Rückzugsräume schaffen. Wie dies in Einrichtungen der Jugend(sozial)arbeit, aber auch an anderen Orten gelingt, wird im Workshop anhand von Praxiserfahrungen ausgetauscht.

Forum 04: Junge Geflüchtete wollen Förderung bei der schulischen und beruflichen Integration

Die Teilhabe an Schule und Ausbildung ist für junge Geflüchtete eine große Herausforderung. Im Workshop wird vorgestellt, wie Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit, z.B. im Kontext von „Vorbereitungsklassen“ oder VABO unterstützen können, dass die junge Geflüchtete in möglichst hohem Maße an schulischer und beruflicher Bildung teilhaben.

Forum 05: Peer-Support: Junge Menschen wollen sich gegenseitig unterstützen

Die Lebensphasen Kindheit und Jugend zeichnen sich dadurch aus, dass junge Menschen einen hohen Impuls zu solidarischem Handeln haben. An vielen Orten entstehen deshalb Formen der Peer-Unterstützung in junge Geflüchtete sich gegenseitig helfen oder von einheimischen Jugendlichen unterstützt werden. Im Workshop wird vorgestellt und ausgetauscht, wie Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit Formen der Peer-Unterstützung fördern bzw. initiieren kann.

2. Forumphase (13.45 Uhr – 15.15 Uhr)

Forum 06: Haltung und Kultursensibilität

Wie durch alle jungen Menschen, so sind die Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit auch durch junge Geflüchtete in ihrer Haltung und Kultursensibilität herausgefordert. Im Workshop ist Raum für die Reflexion, welche Impulse und Irritationen der Kontakt mit jungen Geflüchteten bei den Mitarbeitenden auslöst und wie sie konstruktiv damit umgehen können.

Forum 07: Umgang mit Sprachbarrieren

Wenn junge Geflüchtete an den Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit teilhaben, ist oft auch mit Sprachbarrieren umzugehen. Im Workshop wird ausgetauscht, welche Hilfsmittel sich dabei bewähren (z.B. Einsatz von Übersetzungs-Apps, junge Menschen als Dolmetscher) und wie der Umgang mit Sprachbarrieren Anlass für interessante Methoden und Aktivitäten werden kann.

Forum 08: Geschlechterbewusstes Arbeit mit geflüchteten Mädchen und jungen Frauen

Die besondere Situation geflüchteter Mädchen und junger Frauen droht unter dem Handlungsdruck des Alltags oft aus dem Blick zu geraten. Im Workshop soll deshalb Zeit sein für den fachlichen Austausch, wie es in der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit gelingt, durch geschlechtsbewusstes Arbeiten die spezifischen Bedürfnisse und Interessen geflüchteter Mädchen und junger Frauen in den Mittelpunkt zu rücken.

Forum 09: Selbstorganisation stärken

Was Geflüchtete wirklich brauchen wissen sie selbst am besten. Ein Ansatz der Jugend(sozial)arbeit ist deshalb, Formen der Selbstorganisation zu stärken. Es geht also darum, Interessen, Stärken und Engagement der geflüchteten Jugendlichen konsequent zum Ausgangspunkt gemeinsamer Jugendarbeit zu machen: ihnen Räume zu öffnen, ihre Stimme hörbar zu machen und Erfahrungen der Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Wie Haupt- und Ehrenamtliche der Jugendarbeit diesbezüglich Power-Sharing leisten bzw. Bevormundung vermeiden können, wird im Workshop diskutiert.

Forum 10: Arbeit mit geflüchteten jungen Männern

Ein nicht unerheblicher Anteil an den geflüchteten jungen Menschen sind (bereits volljährige) junge Männer, die ohne Familie hier sind. Im Workshop wird ihre Lebenslage in den Blick genommen und diskutiert, wie Jugend(sozial)arbeit gezielt auf ihre Interessen und Bedürfnisse eingehen kann.

Organisatorisches

Termin: 17.11.2016, 09:15 bis 16:30 Uhr
Ort: SpOrt, Fritz-Walter-Weg 19, 70372 Stuttgart
Kosten: 10€, Barzahlung vor Ort

Veranstalter: Der Fachtag wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit gemeinsam vorbereitet mit dem Landesjugendring, der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung, der Landesvereinigung für Kulturelle Jugendbildung, der Baden-Württembergischen Sportjugend, der AG Landjugendverbände, den Arbeitsgemeinschaften der Kreis-, Stadt- und Gemeindejugendreferate, der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork sowie der Aktion Jugendschutz. Er wird vom Land Baden-Württemberg unterstützt aus Mitteln des Zukunftsplan Jugend des Ministeriums für Soziales und Integration.

Weitere Auskünfte

Petra Sperling, Regiestelle LAG Jugendsozialarbeit
07 11 / 16 56 462 // regiestelle.lag-jsa@diakonie-wue.de