Förderprogramm “Maßnahmen der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit zur Unterstützung junger Flüchtlinge”

Frist verlängert auf 31.10.2015!

Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit können junge Menschen und Akteure im Gemeinwesen bei der Umsetzung von „Willkommenskultur“ und ihrem Bemühen um Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Flüchtlingen unterstützen. Die Handlungsfelder der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit können junge Flüchtlinge unterstützen,

  • Kontakte und Beziehungen zu Gleichaltrigen ohne Fluchterfahrung aufzubauen,
  • Freizeitaktivitäten und „Leidenschaften“ in Sport, Musik, Theater oder Kunst nachzugehen,
  • Menschen, Infrastruktur, Unterstützungsangebote und Netzwerke im lokalen Gemeinwesen kennenzulernen und mit ihnen vertraut zu werden,
  • Zugang zu geschlechtshomogenen und geschlechtergemischten Angeboten zu bekommen, die die Identitätsentwicklung in der neuen und fremden Umgebung erleichtern,
  • Alltagsstrukturierung und Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Bisherige Unterstützungsarbeit und neue Förderprogramme beziehen sich vor allem auf individuelle Beratungsarbeit, die Sprachförderung sowie auf die Organisation ehrenamtlicher Unterstützung. Im Rahmen dieses Förderprogramms sollen die Potenziale der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit zur Unterstützung von Flüchtlingen ausgebaut werden. Dafür soll modellhaft erprobt, ausgewertet und dokumentiert werden, wie Angebote, die sich gezielt an junge Menschen in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge richten, als „Brücke“ ins lokale Gemeinwesen wirken und zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Alltagsbewältigung von jungen Flüchtlingen beitragen können.

Ziele

Gefördert und begleitet werden sollen mindestens 10 lokale Modellprojekte, die in Gemeinden oder Stadtteilen mit Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge Ansätze der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit zur Unterstützung von jungen Flüchtlingen entwickeln  und  erproben. Durch die lokalen Modellprojekte sollen folgende Ziele für junge Flüchtlinge, die  in Gemeinschaftsunterkünften leben, erreicht werden:

  • Die jungen Flüchtlinge erhalten Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung in Sport, Musik, Theater, Kunst, in offenen  Angeboten oder themenbezogenen Projekten, entweder durch spezifisch mit ihnen entwickelte Angebote oder durch die Einbindung in bestehende Angebote.
  • Die jungen Flüchtlinge verfügen über Möglichkeiten, ihre lebensweltlichen Erfahrungen mit Menschen in ihrem Stadtteil/ihrer Gemeinde zu teilen.
  • Die jungen Flüchtlinge sind mit der Infrastruktur, Unterstützungsangeboten und Netzwerken im lokalen Gemeinwesen vertraut.
  • Jungen Flüchtlingen stehen außerhalb ihrer Gemeinschaftsunterkünfte Rückzugs- und Freizeiträume zur Entspannung, Erholung und aktiven Freizeitgestaltung zur Verfügung.
  • Die jungen Frauen und Männer erhalten Zugang zu geschlechtsspezifischen oder geschlechtergemischten Angeboten in den Gemeinden und Kommunen. Insbesondere Mädchen und junge Frauen werden durch aufsuchende Arbeit und Elternarbeit an Angebote der Mädchenarbeit/Mädchensozialarbeit herangeführt, um auch die dort vorhandenen Schutzräume zu nutzen.
  • Die jungen Flüchtlinge erwerben Alltagskompetenzen, die für das Leben in unserer Gesellschaft hilfreich und notwendig sind.
  • Junge Menschen ohne Fluchterfahrung sind für die Lebenslage der jungen Flüchtlinge sensibilisiert, bauen Kontakte und Beziehungen zu ihnen auf und unterstützen sie beim Hineinfinden in den Alltag in Deutschland.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind öffentliche sowie anerkannte freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe und außerschulischen Jugendbildung.

Form, Umfang und Dauer der lokalen Projektförderung

Die Projektdurchführung muss mindestens neun Monate im Zeitraum von 15.11.2015 bis 30.11.2016 erfolgen. Bereits vor der Bewilligung begonnene Projekte können nicht gefördert werden.
Der Zuschuss kann bis zu 80% der zuwendungsfähigen Ausgaben umfassen. Der Zuschuss beträgt 5.000 bis maximal 10.000 EUR.
Als zuwendungsfähige Ausgaben gelten alle zur Projektdurchführung notwendigen
– Personalkosten: Kosten für unmittelbar in der Projektdurchführung beschäftigte Fachkräfte (Teilzeit-Personalstellen, Honorare),
–  Sachkosten, z.B. Materialkosten, Raummiete, Portokosten.

Antragsverfahren und Projektauswahl

Anträge sind bis 31.10.2015 mit dem Antragsformular zu richten an
LAG Jugendsozialarbeit
Regiestelle
c/o Diakonisches Werk Württemberg
Heilbronner Straße 180
70191 Stuttgart
Tel. 0711 1656-462
regiestelle.lag-jsa@diakonie-wue.de

Über die Vergabe entscheidet ein Programmbeirat. Folgender Zeitplan ist vorgesehen:
15.10.2015:  Bewerbungsfrist
bis 30.10.2015:  Projektauswahl und Mitteilung über die Bewilligung
ab 01.12.2015:  Start der lokalen Modellprojekte
bis 30.11.2015  Abschluss der lokalen Modellprojekte
bis 15.12.2015  Vorlage des Sachberichts und zahlenmäßigen Verwendungsnachweises durch die lokalen Projektträger bei der Regiestelle

Ausschreibung zum Download
Antragsformular zum Download