Förderprogramm „Förderung von Medienkompetenz für junge Menschen in sozioökonomisch benachteiligenden Lebenslagen“

Frist verlängert auf 31.10.2015!

Die positiven Effekte der Nutzung des Internets bezogen auf selbstgesteuerte Aneignungs- und Lernprozesse müssen auch für sozial benachteiligte junge Menschen nutzbar gemacht werden. Eine Verfestigung von bereits vorhandenen Ungleichheiten und Wissensklüften muss vermieden werden. Deshalb gilt es, durch gezielte Projekte im Bereich digitaler Medien mit von Ausgrenzung bedrohten Jugendlichen  eine  offensive Strategie zum Aufbau  von Medienkompetenzen zu verfolgen. Dazu gehört auch, dass die sozialpädagogischen Fachkräfte qualifiziert und fachlich angeregt werden, neue Ansätze  zu  entwickeln  und auszuprobieren und in einen landesweiten Austausch und Reflexionsprozess zur Medienarbeit mit Benachteiligten einzutreten.

Ziele des Förderprogramms

Gefördert  werden sollen mindestens 16 lokale Projekte, die Einrichtungen/Verbände der Kinder- und Jugendarbeit oder Jugendsozialarbeit zur Förderung der Medienkompetenz von jungen Menschen in sozioökonomisch benachteiligenden Lebenslagen im Bereich Social Media mit den unten beschriebenen Zielen durchführen. Dazu kann insbesondere auch gehören, sich gezielt in virtuelle Räume zu begeben und zielgruppenspezifische Angebote zu machen, Projekte und Ansätze zu entwickeln, die den Umgang mit Medien als Bestandteil des Alltagshandelns von jungen Menschen stärker berücksichtigen oder Zielgruppen-Analysen und Formen der Sozialraumerkundung im Netz durchzuführen.

Die Modellprojekte sollen für die jungen Menschen folgende Ziele verfolgen:
Junge Menschen (bis 27 Jahre) in sozioökonomisch benachteiligenden Lebenslagen

  • werden befähigt und gefördert, ihre bereits vorhandenen Medienkompetenzen weiter auszubauen und ihr Verhalten zu reflektieren,
  • bekommen Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Internet als Medium der Beteiligung und Einmischung genutzt werden kann,
  • werden in Bezug auf Risiken und Gefahren informiert (Abzocke, Mobbing, Phishing, Online-Spiele, Pornografie, Suizid-Foren, Pro ANA und Pro Mia-Seiten, u.a.),
  • werden in schwierigen Situationen, die aufgrund risikoreicher Mediennutzung entstanden sind, von Mitarbeiter*innen der Jugendsozialarbeit beraten und lösungsorientiert gecoacht,
  • bekommen mit Hilfe von Angeboten und der gezielten Nutzung des Social Web Wege aufgezeigt, wie das Internet als Plattform der Selbstdarstellung und kulturellen Inszenierung, aber auch zum Beziehungsaufbau und zur Beziehungspflege sowie in ihrer Orientierungs- und Suchfunktion genutzt werden kann.

Die Modellprojekte sollen für Mitarbeitende der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit folgende Ziele verfolgen: Mitarbeitende, die mit jungen Menschen in sozioökonomisch benachteiligenden Lebenslagen arbeiten

  • bekommen Kenntnisse vermittelt, die jungen Menschen bei der Bewältigung der zentralen Entwicklungsaufgabe „Medienkompetenzerwerb“ geschlechterdifferenziert zu begleiten,
  • entwickeln Möglichkeiten, wie die alltagsorientierte Förderung von Medienkompetenz in die Angebote der Jugendarbeit (Jugendverbände, Offene Jugendarbeit, Sportvereine, kulturelle Jugendbildung) und Jugendsozialarbeit integriert werden kann,
  • tauschen ihre Erfahrungen und gelungene Umsetzungsprojekte aus und stellen Materialien und Gestaltungsbausteine im Rahmen einer Wissens- und Erfahrungswerkstatt zur Verfügung.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind öffentliche sowie anerkannte freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe und außerschulischen Jugendbildung, die mit jungen Menschen in sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen arbeiten.

Form, Umfang und Dauer der lokalen Projektförderung

Die Projektdurchführung muss mindestens neun Monate im Zeitraum von 15.11.2015 bis 30.11.2016 erfolgen. Bereits vor der Bewilligung begonnene Projekte können nicht gefördert werden. Der Zuschuss kann bis zu 80% der zuwendungsfähigen Ausgaben umfassen und beträgt maximal 10.000 EUR.
Als zuwendungsfähige Ausgaben gelten alle zur Projektdurchführung notwendigen

  • Personalkosten: Kosten für unmittelbar in der Projektdurchführung  beschäftigte Fachkräfte (Teilzeit-Personalstellen, Honorare),
  • Sachkosten, z.B. Materialkosten, Raummiete, Portokosten.

Antragsverfahren und Projektauswahl

Anträge sind bis 15.10.2015 mit dem Antragsformular zu richten an
LAG Jugendsozialarbeit
Regiestelle
c/o Diakonisches Werk Württemberg
Heilbronner Straße 180
70191 Stuttgart
Tel. 0711 1656-462
regiestelle.lag-jsa@diakonie-wue.de

Über die Vergabe entscheidet ein Programmbeirat. Folgender Zeitplan ist vorgesehen:
15.10.2015:  Bewerbungsfrist
bis 30.10.2015:  Projektauswahl und Mitteilung über die Bewilligung
ab 01.12.2015:  Start der lokalen Modellprojekte
bis 30.11.2015  Abschluss der lokalen Modellprojekte
bis 15.12.2015  Vorlage des Sachberichts und zahlenmäßigen Verwendungsnachweises durch die lokalen Projektträger bei der Regiestelle

Die Regiestelle berät auch bei der Projektentwicklung und Antragstellung.

Ausschreibung zum Download
Antragsformular zum Download