Erfolgsfaktoren für BNE-Projekte mit Jugendlichen

Nachhaltigkeit mit Spaß vermitteln

Um das Thema Nachhaltigkeit bzw. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfolgreich im eigenen Verband zu etablieren, ist vor allem eine Verankerung des Themas in der Juleica-Ausbildung sinnvoll. Hier haben wir einige Tipps zusammengetragen, die dabei helfen können, das Thema in Juleica-Schulungen und im Alltag richtig anzugehen.

Die wichtigsten Faktoren, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, sind immer:

  • Mit Spaß vermitteln
  • Nachhaltigkeit vorleben
  • Folgeaktionen zu Seminaren sind wichtig – z.B. eine Postkartenaktion mit Selbstverpflichtung
  • Auch die emotionale Ebene und gute Gruppendynamik ist wichtig: „Gemeinsam sind wir stärker und bewirken mehr!“
  • „Immer dran bleiben!“ – Ausdauer ist wichtig!
  • An den jeweiligen Bedürfnissen und Interesssen der Gruppe ansetzen.

Dazu kommen eine Reihe von Herausforderungen auf die Jugendarbeit zu:

Interesse wecken: Jugendliche haben unterschiedlich großes Interesse an Themen der nachhaltigen Entwicklung! Sensibilisierung geht aber nur freiwillig.

Komplexität und Überforderung:
Aufgrund der hohen Komplexität und schwierigen Verständlichkeit der Umwelt- und Nachhaltigkeitsproblematik gilt es, die großen und komplexen Zusammenhänge und Begriffe altersgerecht verständlich zu machen. Auch zu beachten: Es können Fragen auftauchen, die Jugendleiter*innen nicht beantworten können. Darauf sollten diese vorbereitet sein.

Widerstände und Verharmlosung: Aus unterschiedlichen Gründen kann es passieren, dass Teilnehmer*innen euer BNE-Thema abblocken: Unterschiedlich großes Interesse an den BNE-Themen, bis hin zu Widerständen und Verharmlosung. Andere Interessen und „Imageansprüche“ heutiger Jugendkulturen und Szenen bzw. aktuelle Probleme der Jugendlichen (wie drohende Arbeitslosigkeit, Schulabschluss schaffen etc.) stehen mit dem Thema „in Konkurrenz“ und haben für sie oft Vorrang.

Negative Besetzung der BNE-Themen: Die Themen werden oft negativ präsentiert, mit „Verzicht“ gleichgesetzt und mit allerlei Vorschriften und höheren Kosten in Verbindung gebracht. Außerdem wirkt vieles erst einmal umständlich. Hier sollte auf eine positive Grundbotschaft geachtet werden und offen diskutiert werden können.

Denken und Handeln: Unser Denken und Handeln, unsere Wünsche und Ansprüche widersprechen sich oft. Beschäftigt man sich mit Nachhaltigkeit, ist die logische Konsequenz oft ein Lebensstilwandel.

Die Schuldfrage: Den Teilnehmer*innen sollen ihr Lebensstil und ihre Privilegien bewusst werden – allerdings ohne Schuldgefühle entstehen zu lassen. Die Teamer*innen benötigen hier Feingefühl und einen aufmerksamen Blick für jede*n Teilnehmer*in. Es geht vor allem darum, den eigenen Umgang mit der Komplexität der BNE-Themen zu reflektieren und gemeinsam Lösungswege zu suchen.

Von der Ohnmacht zur Selbstwirksamkeit: Die Teilnehmer*innen sollen lernen, den Herausforderungen der komplexen Welt verantwortlich zu begegnen und sie mitzugestalten. Nicht in Resignation zu verfallen, sondern kleine Schritte zu machen, die eigenen Erfolge zu sehen und Selbstwirksamkeit zu erleben, beugt einem von Jugendlichen oft beschriebenen Ohnmachtsgefühl vor.

Verknüpfungen herstellen: „Gemeinsam erreichen wir mehr“ statt „alleine kann ich sowieso nichts ändern“. Eine Verknüpfung der BNE-Themen zum eigenen Verband und dessen Zielen herzustellen ist wichtig. Es sollte deutlich werden, warum eure Organisation sich den Themen annimmt und was sie mit euch zu tun haben – auch um daraus passende Aktionen entwickeln zu können. Anregungen zur nachhaltigen Verankerung von NE-Strategien im Verband /Jugendring müssen individuell angepasst werden.

Sprache und Haltung: Mit der Haltung und verwendeten Sprache des Leitungsteams kann man die vermittelten Inhalte untermauern. Hier geht es vor allem um eine Vorbildfunktion der Leiter*innen. Nur wenn das Leitungsteam selbst die vermittelten BNE-Inhalte ernst nimmt und das durch Sprache und Haltung zum Ausdruck bringt, können die Teilnehmer*innen ins Nachdenken kommen. Zur Sprache allgemein lässt sich sagen, dass sie, wie auch die Methoden, an die Zusammensetzung der Gruppe angepasst werden muss. Komplexe Zusammenhänge, Fachsprache und Fremdwörter sollten möglichst vereinfacht und in Alltagssprache ausgedrückt werden.

Transfer ins Tun: Ein zentrales Ziel von BNE ist es, die Menschen zu motivieren, aktiv zu werden. Das ist gleich zeitig auch die größte Hürde. Die Erfahrung zeigt, dass auch nach einer erfolgreichen Veranstaltung kaum ein*e Teilnehmer*in ihren Lebensstil komplett ändert.

Finanzen: Damit die Jugendverbände/Ringe Projekte und Kampagnen im Bereich BNE starten können brauchen sie Projektförderung. Es wurde ein großer Bedarf an diesbezüglicher Förderprogramm-Beratung benannt.

Verpflegung: Mit bio/fair steigen meist auch die Preise der Verpflegung. Das lässt sich weitgehend durch Kreativität und Fleischverzicht ausgleichen. Zu beachten: Auseinandersetzungen über die Ernährungsgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen sind dann auf der Tagesordnung.

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Diese und mehr Tipps gibt es im Jugendwiki unter http://jugendwiki.de/BNE_in_der_Juleica-Ausbildung

Mehr Infos zu Nachhaltiger Entwicklung im Jugendwiki.

Dazu gibt es Checklisten zum Nachhaltigkeitsmanagement in Jugendorganisationen und eine spezielle Checkliste für das Beschaffungswesen.

Projekt Zukünftig Nachhaltig vom LJR.