ConnACTed – Medienkompetenz in der Kinder- und Jugendarbeit

Ein Fachtag für Medieneuphoriker*innen am 18.06. in Pforzheim

Mit zunehmend mediatisierter Alltagswelt spielen Medien seit Jahren im Prozess des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle. Medienkompetenz wird damit zu einer wichtigen Ressource und Schlüsselkompetenz in modernen Gesellschaften und ein fester Bestandteil der modernen Allgemeinbildung.
Ein offener, selbstbewusster Medienumgang und damit Medienkompetenz als Querschnittsthema sollte deshalb selbstverständlicher Bestandteil im Alltag in der Kinder- und Jugendarbeit sein.

Der Fachtag „ConnACTed“ soll Raum zum Ideenaustausch, Diskussionsansätze und Anregungen für die eigene Arbeit bieten und Möglichkeiten skizzieren, erfolgreiche Medienkompetenzbildung mit Jugendlichen zu gestalten. Eine vernünftige Balance zwischen dramatisierenden Risikodiskursen und naiven Entgrenzungsphantasien ist dabei die Grundlage. 

Durch ein Impulsreferat von Theresa Plankenhorn (Referentin Medien- und Publikumsforschung bei der Landesanstalt für Kommunikation) werden am Vormittag (zukünftige) Medien-Trends vorgestellt. Aktuelle Studien und Erkenntnisse aus der Wissenschaft werden mit Fokus auf die Einbindung und Umsetzbarkeit in der Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt.
Anschließend diskutieren Expert*innen der offenen, mobilen und verbandlichen Jugendarbeit in einer offenen Gesprächsrunde über Chancen und Herausforderungen medienpädagogische Praxis.

Am Nachmittag wird in Workshops Raum zum Austausch und zur Ideenfindung bei der praktischen Umsetzung gegeben: Wie können wir Medien sinnvoll(er) einsetzen? Über welche Wege erreichen wir Jugendliche heute? Welche Aktionsideen, Partizipationsmöglichkeiten und Herausforderungen bringen gezielte Medieneinsätze mit sich? Wie kann ich meine haupt- und ehrenamtlich Aktiven für den Einsatz von Medien schulen?
Dafür stellen „Macher*innen“ beispielgebende medienpädagogische Projekte vor und laden zum Mitmachen ein.

Die Workshops

Workshop 1: „Trickfilme nicht nur anschauen, sondern selber machen!“
Trickfilme kennt jeder und sie machen egal in welchem Alter viel Spaß! Im Workshop gibt es einen Einblick wie vielseitig die gemeinsame Produktion eines Trickfilms sein kann und welche Technik dazu benötigt wird. Die kreative und aktive Methode einen Film zu erstellen eignet sich auch zum Bearbeiten spezieller Themen oder zur Erklärung von bestimmten Zusammenhängen. In Kleingruppen wird ein eigener Trickfilm produzieren, der am Ende auch gezeigt werden will.“
Maximiliane Streckfuß, Evangelisches Medienhaus GmbH

Workshop 2: Ohren spitzen! Hörförderung in der Jugendarbeit
Das Projekt Ohrenspitzer verfolgt das Ziel, Lehrenden, Eltern und anderen in der Pädagogik Tätigen Kompetenzen im Bereich der Hörförderung zu vermitteln. In diesem Workshop soll eine Einführung in die Arbeit im Projekt gegeben werden. Anhand eines Ausschnitts aus einem Hörspiel werden Möglichkeiten gezeigt, wie die Hör- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen durch praktische Weiterarbeit gefördert werden kann.
Frank Herrmann, Stadtmedienzentrum Karlsruhe, www.ohrenspitzer.de

Workshop 3: Robotic und EduWear – Medienkompetenz (nicht nur) für Mädchen
Die Projekte Robotik – LEGO® Mindstorms® und EduWear – Intelligente Kleidung wurden entwickelt, um Jugendlichen Spaß am Programmieren zu vermitteln und deren Interesse an Technik und Informationstechnologie zu wecken und zu fördern. Im Projekt EduWear, in dem die Bereiche Mode und Computertechnik miteinander verbunden sind, liegt der Schwerpunkt auf Mädchen als Zielgruppe.
In diesem Workshop werden beide Projekte vorgestellt und erläutert, welche Möglichkeiten sie in der Arbeit mit Jugendlichen bieten. Thematisiert werden auch personelle und technische Voraussetzungen zur Durchführung dieser Angebote im eigenen Arbeitsfeld. Die Teilnehmer*innen haben außerdem die Möglichkeit, praktische Übungen zu machen.
Karin Slevec, PIXEL-Medienwerkstatt Tübingen

Workshop 4: Interaktive Schnitzeljagden mit dem Smartphone – Schatzsuche mal anders
Im Grunde geht es wie bei einer „analogen“ Schnitzeljagd darum, dass kleine Gruppen verschiedene Orte finden müssen, um dort Aufgaben zu lösen. Die Teilnehmer*innen können sich die Route selbst erarbeiten, z.B. anhand eines bestimmten Themas. Zu jedem Punkt entlang der Rallye-Route können verschiedene Aufgaben ausgedacht werden, z.B. einen QR-Code scannen, ein Video drehen, ein Bild machen oder Fragen beantworten. Im Workshop soll genau das gemacht werden – von der Grundidee, über die Ausarbeitung bis hin zur Durchführung wird gezeigt, wieviel Potential in diesem mobilen Spielformat steckt.
Manfred Bieser, Kreismedienzentrum Esslingen

Workshop 5: Team-Cloud: heiter bis wolkig?
In der Kinder- und Jugendarbeit nutzen fast alle Mitarbeiter*innen Internetrecherche, Maildienste und soziale Netzwerke. Die gigantischen Möglichkeiten für die Zusammenarbeit im Team werden allerdings häufig nicht genutzt. Eine eingespielt funktionierende „Team-Cloud“ vereinfacht viele Planungs- und Organisationsaufgaben und erhöht den Informationsaustausch.
In unserem „Team-Cloud“-Workshop wollen wir deshalb Online-Teamkalender, Notiz-, Dokument-, Bild- und Informationssammlungen kennenlernen, die einen plattform- und ortsunabhängigen Zugriff auf das Arbeitswissen der eigenen Einrichtung ermöglichen. Datenschutzfragen, Möglichkeiten der Integration ins bestehende System, Chancen und Risiken werden kurz thematisiert.
Georg Stenkamp, Jugend-Kultur-Haus planet-x in Marbach am Neckar

Workshop 6: U-CARE – Vielfalt gegen Rassismus in der Jugend(medien)arbeit
Wie kann Jugendmedienarbeit dazu beitragen für Diskriminierungen zu sensibilisieren, sie zu hinterfragen und abzubauen? Wie können diversitätsbewusste und Peer Learning Ansätze zu einem eigenen diskriminierungssensiblen Arbeiten mit jungen Menschen beitragen? Wie sieht die konkrete Praxis aus: wo finde ich Methoden, Handreichungen und Beispiele für diversitätsbewusste Jugend(medien)arbeit?
In mehreren praxisorientierten Phasen wird sich dieser Workshop mit den oben genannten Fragen beschäftigen. Schwerpunkte liegen dabei sowohl auf selbstreflexiven Übungen zur eigenen Verortung, der Einführung einer diversitätsbewussten Haltung in die eigene Arbeit und der Vorstellung des vom jfc Medienzentrum e.V. Köln koordinierten internationalen „U-CARE“ Projekts als konkretes Beispiel.
Sina Schindler, Projekt „U-CARE“ für das jfc Medienzentrum e.V. in Köln, 

Ablauf

  • 10.00 Uhr            Begrüßung, Vorstellung des geplanten Ablaufs
  • 10.15 Uhr            Impulsreferat zur Mediennutzung von Jugendlichen
  • 11:00 Uhr            Expert*innenrunde mit Vertreter*innen der offenen, mobilen und verbandlichen Jugendarbeit
  • 12:30 Uhr            Elevator Pitch zu den Nachmittagsworkshops
  • 12:45 Uhr            Mittagessen
  • 13:45 Uhr            Workshops mit integrierter Kaffeepause
  • 15:45 Uhr            Vorstellung der Workshop-Ergebnisse
  • 16:30 Uhr            Abschluss, Ende

Organisatorisches

Termin: 18.06.2015, 10.00 – 16.00 Uhr
Ort: Kupferdächle Pforzheim || Kallhardtstraße 31, 75173 Pforzheim
Kosten: 50,00€
Zielgruppe: Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendarbeit, die gerne mit Medien arbeiten (wollen)

Veranstalter:
Landesjugendring BW
Akademie der Jugendarbeit BW
Medienakademie BW

Veranstaltungspartner:
Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendarbeit BW

Anmeldung: online unter www.jugendakademie-bw.de/connacted
Kontakt:
Karoline Gollmer (Landesjugendring), gollmer@ljrbw.de
Anja Mütschele (Akademie der Jugendarbeit), anja.muetschele@jugendarbeit-bw.de